Diskontkredit

Was versteht man unter Diskontkredit?

Der Diskontkredit existiert zwar offiziell noch, spielt im modernen Finanzwesen aber nur noch eine untergeordnete Rolle. Dabei handelt es sich um eine Darlehenslinie für einen sogenannten Wechsel, ein rechtskräftiges Dokument, das eine Art Schuldverschreibung darstellt. Darin verpflichtet sich der Schuldner, dem Gläubiger zu einem festgelegten Termin eine bestimmte Summe auszuzahlen, selbst der Ort ist in vielen Fällen festgelegt. Da die Forderungen aus einem solchen Wechsel gerichtlich einklagbar sind, gilt er als verhältnismäßig sicher und kann auch als Zahlungsmittel dienen, wobei allerdings niemand dazu verpflichtet ist, ihn anzunehmen.

Wie funktionert der Diskontkredit?

Bei einem Diskontkredit kauft die Bank die Schuldverschreibungen ihres Kunden auf und übernimmt dadurch auch alle darin verzeichneten Forderungen. Dies bedeutet, dass sie automatisch auch zum Gläubiger dessen wird, der in den erworbenen Wechseln verzeichnet ist. Der Schuldner muss den entsprechenden Betrag beim vereinbarten Termin daher nicht mehr an denjenigen zahlen, mit dem er den Wechsel abgeschlossen hat, sondern an dessen Bank, an der Höhe der Forderungen ändert sich dadurch nichts.

Der Diskontkredit richtet sich an Personen, die über Wechsel von Schuldnern verfügen, das Geld aber bereits vor dem darauf verzeichneten Fälligkeitstermin benötigen. Verkauft er die Schuldverschreibungen an die Bank, erhält er sofort die darauf angegebene Summe, wobei allerdings ein Zinsabschlag als Bearbeitungsgebühr einbehalten wird, der sogenannte Diskont.

Obgleich die Bank bei einem Diskontkredit sämtliche Forderungen übernimmt, verbleibt das Risiko eines Zahlungsausfalls größtenteils beim ursprünglichen Besitzer. Kann der Schuldner zum vereinbarten Termin nicht bezahlen, muss der eigentliche Gläubiger dafür aufkommen - schließlich hat er den entsprechenden Betrag bereits von der Bank erhalten. Daher ist ein Diskontkredit in der Regel nur sinnvoll, wenn relativ sicher ist, dass der Schuldner seinen finanziellen Verpflichtungen termingerecht nachkommen kann. Ist dies nicht der Fall, macht der Kunde deutliche Verluste. Der vorher einbehaltene Zinsabschlag wird nämlich nicht auf die offene Forderung angerechnet, diese muss in voller Höhe beglichen werden. Für die Bank ist ein Diskontkredit somit ein vergleichsweise sicheres Geschäft, für den Kunden hingegen mit Risiken verbunden.